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NEIN zum Mandatsverlängerung Afghanistan!

Die beiden BAG (Bundesarbeitsgemeinschaften) FRIEDEN und NORD/SÜD der Partei Bündnis 90/ Die Grünen haben sich in einer gemeinsamen Sondersitzung u.a. mit deutlicher Mehrheit dafür ausgeprochen, dass die grünen Bundestagsabgeordneten die anstehende Mandatsverlängerung ABLEHNEN (wörtlich: “… mit NEIN stimmen”). Dies ist eine Änderung der bisherigen Haltung der BAG Frieden, die bisher nur auf “Nicht-Zustimmung” plädierte.

Hier der gesamte Beschluss:

http://gruene-frieden.de/userspace/BV/bag_frieden/Dokumente/Beschluesse/2012_Beschluss_Afghanistan_ISAF.pdf

A 1 – Potemkinsche Zustimmung?

Seit Wochen tobt eine Medienschlacht in der Eifel, in der vorgegaukelt wird, eine „breite Mehrheit der Bevölkerung“ strebe nach dem sog. Lückenschluss. Höhepunkt war ein Filmbeitrag im SWR-Fernsehen vergangene Woche

Plakate und Spruchbänder werden über den Landkreis verstreut, Demos und Resolutionen organisiert: Dabei handelt ein Monopol „Pro A1“ aus Trierischem Volksfreund, Eifelzeitung und scheinbar auch SWR. Die Stimmen der A 1-Gegner bleibt unerwähnt, eine Aufklärung der Bevölkerung über Für und Wieder des Projektes findet nicht statt. Mit Pressefreiheit in einer funktionierenden Demokratie hat dies nicht mehr zu tun.

Schaut man sich die angeblich “riesigen Mehrheiten” an, zerbröckelt die Potemkinsche Front ins Nichts (zur Erinnerung: Als „Potemkinsches Dorf“ wird etwas bezeichnet, das fein herausgeputzt wird, um den tatsächlichen, verheerenden Zustand zu verbergen. Oberflächlich wirkt es ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihm aber an Substanz):

Beispiele:
1. Die angedrohte Groß-Demo in Düsseldorf pro A1 bestand aus kümmerlichen rund 250 Demonstranten, offenbar überwiegend Arbeitnehmer der Speditionen aus dem Vulkaneifelkreis, die hoffentlich zumindest für die Veranstaltung Arbeitszeit verrechnet bekamen.
2. Die gesammelten 20.000 Unterschriften stellen bei einer Einwohnerzahl von rund 61.000 noch nicht 1/3 der Einwohner. Wo ist da die angebliche Mehrheit? Allerdings ist diese Zahl auch völlig unrelevant. Es ist Fakt (Auskunft des Landrats auf meine Anfrage), dass diese Unterschriftenlisten keinerlei Prüfung unterzogen wurden. Dieser Prüfung würden sie auch nicht standhalten. Jeder von überall her konnte unterzeichnen, so oft er wollte. Es wurde offenkundig sogar in NRW (und anderswo?), also außerhalb des Kreisgebietes um Unterschriften geworben. Mehrfachunterzeichner und auch Menschen aus anderen Regionen finden sich somit vermutlich zu Tausenden auf diesen Listen. Damit sind diese Listen völlig wert- und aussagelos. Hier wird die Demokratie missbraucht und konterkariert!

Bewusst nicht abgestimmt haben eben jene Menschen, die wissen, welchen Schaden diese Autobahn in der Zukunft für den Landschaftsraum Vulkaneifel, aber vor allen für die hier lebenden Menschen zur Folge hat. Neben einer dauerhaften Verlärmung wird es zu einem einschneidenden Rückgang der Artenvielfalt kommen und der Tourismus wird sich in den folgenden Jahren stark reduzieren. Wer macht schon Urlaub im 3-km-Lärmstreifen einer (nach Fertigstellung durch die dann zu erwartende Verkehrsverlagerung) stark befahrenen Verbindungsstrecke von Skandinavien nach Südwesteuropa. Die Anlieger der A 61, A 48 und B 51 werden es uns allerdings werden es uns allerdings danken … Dagegen haben bundesweite Studie längst die Mär von einer Arbeitsplatzvermehrung durch den Bau einer Autobahn widerlegt. Die Eifel für eine Transitverkehrstrecke in sensiblen Gebieten zu zerstören, ist keine zukunftsgerichtete Mobilitätspolitik.

Sinnvoll, gerade angesichts der leeren Kassen wäre ein sofortiger Planungs- und Baustopp für die A1, verbunden mit der Aufforderung an alle Kommunalpolitiker, in gemeinsamen Gesprächen für gemeinsame Probleme Lösungen zu finden, die auch wirklich mehrheitsfähig sind.

keinen cm für die alten und neuen Nazis!

… nicht in Dresden und nirgendswo!

Bitte unterzeichnen:

http://www.dresden-nazifrei.com/index.php?option=com_content&view=section&layout=blog&id=8&Itemid=54&lang=de

Seltene Erden

Seltene Erden sind 17 Metalle mit besonderen Eigenschaften, vor allem bezüglich ihres magnetischen Verhaltens.

Sie kommen häufig mit anderen Metallen vor, d.h., sie müssen mühsam von diesen – häufig mit ähnlichen physikalischen/chemischen Eigenschaften (Dichte, Löslichkeit in Säuren etc.) ausgestattet – getrennt werden. Da auch oft die radioaktiven Metalle Uran und Thorium als Begleitung vorkommen, ist mit der Gewinnung auch radioaktive Verseuchung verbunden.

 Folgende Verwendungen gibt es bislang für die einzelnen Metalle:

Cer     Ce                  (Auto-) Kat., Russpartikelfilter, Schutzgläser, Poliermittel

Dysprosium Dy                    Dauermagnete (WKAs), Leuchtstoffe, Laser, AKWs

Erbium           Er                    Laser (Medizin), Glasfaser

Europium      Eu                  LEDs, Plasma-TV (rot), Energiesparlampen

Holmium       Ho                  Hochleistungsmagnete, Laser (Medizin), AKWs

Lanthan        La                   Nickel-Metallhybrid-Akkus, Kat., Russpartikelfilter, Brennstoffzellen, Gläser mit hohem Brechungsindex

Lutetium        Lu                   Positronen-Emissions-Tomografen

Neodym         Nd                  Dauermagnete (WKAs), CD-Player, Kernspintomographen, Festplatten, Laser, Glasfärbung

Praseoidym  Pr                    Dauermagnete, Flugzeugmotoren, Elektromotoren, Glas- und Emaillefärbung

Promethium  Pm*                Leuchtziffern, Wärmequellen (z.B. in der Raumfahrt)

Samarium     Sm                  Dauermagnete (z.B. in Diktiergeräten, Kopfhörern, Festplattenlaufwerk) Raumfahrt, Gläser, Laser (Medizin)

Scandium     Sc                   Stadionbeleuchtung, Brennstoffzellen, Rennräder, Laser, Röntgentechnik

Terbium         Tb                   Leuchtstoffe, Dauermagnete

Thulium         Tm                  Energiesparlampen, Röntgentechnik, Fernsehgeräte

Ytterbium      Yb                   Dauermagnete, Laser

Yttrium           Y                     Energiesparlampen, LDC- und Plasma-TV, Brennstoffzellen

 

* radioaktiv

 

China verfügt über ca. 97% der abbaubaren Vorkommen (18,4 Mio. t). Bei den geschätzten Ressourcen liegt Russland (166,1 Mio. t) vor China (66,5 Mio. t). Die viel gepriesenen „sicheren Herkunftsländer“ (also Nordamerika, Australien, Europa inkl. Grönland) verfügen über 2,7 Mio. t abbaubarer Vorkommen bzw. über 24,1 Mio. t Ressourcen, davon allein in Grönland 10,4 Mio. t)

 

Quellen:

GP-Magazin 2/11: Seltene Erden – knapp und unverzichtbar.

http://www.rz.uni-karlsruhe.de/~dg21/geochem0304/SE.pdf

Zukunft des Autos?

Ein ausführlicher Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom Montag (22.07.0211) beschäftigt sich mit der „Suche nach der Auto (!!)-Mobilität von Morgen:

Die EU will bis 2050 den CO2 Ausstoß um 80% reduzieren. Der Autobestand dann hochgerechnet wird etwa 273 Mio. Fahrzeuge (50 Mio. mehr als heute) betragen. Eine McKinsey Studie sieht in dem Verkehrssektor sogar eine Reduzierung von 95% vor. Bei Otto- und Dieselmotoren haben – laut McKinsey – nur ein Einsparpotential von bis zu 30%. Allerdings wird für 2021 immer noch ein Anteil an Benzin- und Dieselfahrzeugen von 80 bis 85% vorhergesagt. Die Verfügbarkeit von Biotreibstoffen wird als „limitiert“ eingeschätzt.“ Die weitergehenden, mittlerweile breit diskutierten Probleme (Stichwort „Tank oder Teller“) werden völlig ignoriert. Ausführlicheres finden sich in dem Arbeitspapier von mir zu dem Thema hier und in dem daraus resultierenden Beschluss der bündnisgrünen Bundesarbeitsgemeinschaft “Energie” hier.

Das Zeitalter der „Antriebsmonokultur“ geht zu Ende. Danach wird es 2050 einen Mix aus reinen E-Autos, Plug-In Hybriden und Brennstoffzellenfahrzeugen geben. E-Autos mit reinem Batteriebetrieb werden wohl nur im städtischen Verkehr eine wesentliche Rolle spielen.“ Die Alternative, hier (innerstädtisch) völlig auf den individuellen Autoverkehr verzichten zu können, ist offenbar keiner Überlegung wert.

Je nach Rohölpreisentwicklung wird der reine Verbrennungsmotor in der Bedeutungslosigkeit versinken. Die Autos werden zudem flacher, windschnittiger und vor allem leichter.“

Weiter wird angenommen, „…dass sich das reine E-Auto vor allem in den Städten durchsetzt, bzw. auf der Langstrecke die Brennstoffzelle. Allerdings projiziert die Studie über die nächsten 10 Jahre nur einen verschwindend geringen Teil der Fahrzeuge als Antrieb mit Brennstoffzelle. Als großes Handicap wird bei den reinen E-Autos die Speicherfähigkeit der Batterie und ihre Kosten genannt.“ Völlig verschwiegen wird in dem Artikel die heute schon erkennbare Knappheit bzw. durch die hohen Förderkosten schwer zu beschaffenden an bzw. von Lithium und den sog. „Seltenen Erden“. Beides ist sowohl für Batterien wie für Brennstoffzellen erforderlich. Nach marktwirtschaftlichen Überlegungen müsste der Preis aufgrund der stark erhöhten Nachfrage sogar ansteigen und nicht geringer werden.

Ein nicht unwesentliches Problem bei der Brennstoffzelle-Technologie zeigt die (hier führende) Firma Linde mit der Einschätzung, mit 1.000 Wasserstofftankstellen wäre der deutsche Markt abzudecken. Zur Zeit gibt es etwa 30.

Weiterhin werden als Gegenstrategien „flachere, leichtere und windschnittigere“ Autos propagiert.

Das Fazit des Artikel: „E-Autos für die Städte, Brennstoffzelle für die Langstrecke“ greift viel zu kurz. Zwar wird darauf hingewiesen, dass (sinngemäß) „ … das Brennstoffzellenauto zum Nullemissionsfahrzeug wird, wenn der Wasserstoff aus regenerativen Quellen stammt“. Dass dieser regenerative Wasserstoff heute schon aus Wind- und PV-Überschuss-Strom stammen könnte, verfügbar ist und z.B. ins Erdgasnetz eingespeist werden könnte und so die heute schon vorhandenen Erdgas-Verbrennungsmotor-Fahrzeuge betreiben könnte, wird übersehen. Auch ließe sich mit heutiger Technik daraus Methan herstellen („Methanisierung“, „Windgas“) und dieses natürlich erst recht ins Erdgasnetz einspeisen. Erdgastankstellen gibt es immerhin heute schon 870! Über alternative Verkehrskonzept oder gar Verkehrsvermeidung wird überhaupt nicht nachgedacht, die ließ aber schon der Titel nicht erwarten.

(Karl-W. Koch, Hillesheim, kwkoch@gmx.de, Quelle: „Alles geht, alles muss“, SZ vom 22.08.2011)

Gedanken zu 11/9

Heute ist der 10-jährige Jahrestag eines der größten Verbrechen der letzten Jahrzehnte. Ich spreche dabei bewusst nicht von einem „Terroranschlag“. Zum Einen ist dieser, falls er vorliegt, selbstverständlich auch in die übergeordnete Rechtskategorie „Verbrechen“ einzuordnen, zum Anderen gibt es bis heute für die gängigste aller „Verschwörungstheorien“ (dass AL Qaida und Bin Laden die Urheber gewesen seien) keinerlei gerichtsfeste Beweise, ja schlimmer noch, es nicht einmal das bestreben erkennbar, diese zu beschaffen. Stattdessen wird der eine Hauptverdächtige (Bin Laden) eliminiert und der andere (Chalid Scheich Mohammed) bis heute nicht vor ein ordentliches Gericht gestellt. Trotz mittlerweile offiziell eingestandener Folter bei Vernehmungen (Waterboarding Chalid Scheich Mohammed) liegen keine Geständnisse vor, umgekehrt verwundert es nicht, dass gegen den Verantwortlichen dieser Maßnahme, G.W. Bush, in keinem Land ermittelt wird.

Umso verwunderlicher ist, dass zahlreiche offenen Fragen offenkundig bewusst von der Klärung oder zur Ermittlung der Täter ausgeklammert werden. M.E. das gravierenste Beispiel sind die aktenkundigen Wertpapiergeschäfte mit eindeutigem Insiderwissen, die bis heute nicht verfolgt werden, mit dem fadenscheinigen Argument des „Datenschutzes“, während dieser zeitgleich – begründet mit den Anschlägen – durch den Partiots Act bis zum „geht-nicht-mehr“ geschliffen wurde. Die Reihe mit ungeklärten Frage ist beliebig verlängerbar:

Immerhin zwei Kriege (Afghanistan, Irak) mit mehreren Hunderttausend Toten, überwiegend Zivilisten, sind die direkte Folge der Anschläge. Umso dringlicher müsste doch eigentlich in der zivilisierten Welt der Wille zur Aufklärung sein.

Ich will hier bewusst nicht das Fass „Verschwörungstheorien“ neu aufmachen, aber ich erwarte, wie wohl jeder demokratisch erzogene Bürger, dass sich hierzulande endlich ALLE demokratischen Kräfte für die umfassende Aufklärung der Vorgänge einsetzen, ohne dabei diplomatische Rücksichten auf evtl. beteiligte Personen oder Regierungen zu nehmen. Es kann nicht sein, dass eines der größten Verbrechen der Menschheit zwar verheerende Kriege, das weltweite Schleifen von Grundrechten und Datenschutz und auch weltweite wirtschaftliche Krisen nach sich gezogen hat, die Aufklärung aber von einigen wenigen Dutzend „Insidern“ massivst blockiert werden kann.

Nachtrag:

(nach einer erheblich Diskussion auf verschiedenen Verteilern)

Es wird m.E. zu oft mit der Keule auf MitstreiterInnen eingedroschen, ohne genau zu lesen, was geschrieben wurde. Manchmal mag es ja berechtigt sein, oft ist es aber überzogen. Zum aktuellen Beispiel: Auch wenn ich selbst das nicht getan habe, kann man durchaus z.B. den angeblichen Überfall auf Radio Gleiwitz (“seit 5:35 Uhr wird zurückgeschossen“) oder der vermutlich von den Nazi selbst gelegte Brand des Reichstages mit den Ereignisse des 11/9 vergleichen, WENN man dabei hinterfragt, ob nicht auch die US-Regierung (wie damals die Nazis) selbst verursachte Gründe jemand anders unterschieben, um einen Krieg zu beginnen. Ich habe dies ausdrücklich nicht getan, da auch dazu – wie richtig angemerkt – jegliche Beweise fehlen!
Überhaupt nicht ist es gerechtfertigt oder zu rechtfertigen, die USA-Regierung mit dem verbrecherischen und höchstgradig menschenverachtenden Naziregime zu vergleichen, die ja nicht weniger als die geplante Vernichtung von Millionen von Menschen auf dem Programm hatten. Diese völlig unterschiedlichen Ebenen verbieten es aber nicht, zu hinterfragen, ob nicht auch die US-Regierung unter Bush, immerhin bei der 1. Wahl offenkundig auch mit massivem Wahlbetrug ins Amt gekommen, aus eigenem nationalem und/oder wirtschaftlichen Interessen, hier einen Kriegsgrund konstruiert haben könnten. Pearl Harbour lässt grüßen, auch hier ist bis heute nicht geklärt, ob die US-Regierung nicht doch im Vorfeld informiert war und die 2500 toten US-Bürger billigend in Kauf genommen hat.
Nochmal, bevor ich jetzt endgültig in der Anti-Amerikanismus-Ecke lande: Ich FRAGE und verlange Aufklärung, OHNE zu wissen, was am Ende herauskommt. Aber es kann nicht sein, dass einzelne (betroffene, verdächtige) Gruppierungen entscheiden, welche Beweise auf den Tisch gelegt werden und welche unter Verschluss bleiben, welche Zeugen verhört werden und welche mundtot gemacht werden. Das hat mit einem Rechtsstaat nichts mehr zu tun. Wenn die US-Behörden dazu nicht willens oder in der Lage sind, muss diese Untersuchung eine internationale Kommission leisten. Für Letzteres sprich auch, dass die Folgen der Ereignisse (Irak- und Afghanistan-Krieg) ebenfalls international wirksam sind.
Gut geeignet zum tieferen Einstieg in die Problematik ist das Buch: “11.9. Zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes“, dass sich ebenfalls nur auf Fragen und Beweise und einen wertvollen Abgleich mit den Ergebnissen der US-Untersuchungskommission in ihrem Abschlussbericht 2004 konzentriert, der jeweils aufzeigt und hinterfragt, welche Fragen hierbei nicht beantwortet wurden, welche Beweise nicht gewürdigt und welche Zeugen nicht gehört wurden. Das Ergebnis ist beeindruckend und bedrückend!

Zukunft des Autos?

Ein ausführlicher Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom Montag (22.07.0211) beschäftigt sich mit der „Suche nach der Auto (!!)-Mobilität von Morgen:

Die EU will bis 2050 den CO2 Ausstoß um 80% reduzieren. Der Autobestand dann hochgerechnet wird etwa 273 Mio. Fahrzeuge (50 Mio. mehr als heute) betragen. Eine McKinsey Studie sieht in dem Verkehrssektor sogar eine Reduzierung von 95% vor. Bei Otto- und Dieselmotoren haben – laut McKinsey – nur ein Einsparpotential von bis zu 30%. Allerdings wird für 2021 immer noch ein Anteil an Benzin- und Dieselfahrzeugen von 80 bis 85% vorhergesagt. Die Verfügbarkeit von Biotreibstoffen wird als „limitiert“ eingeschätzt.“ Die weitergehenden, mittlerweile breit diskutierten Probleme (Stichwort „Tank oder Teller“) werden völlig ignoriert. Ausführlicheres finden sich in dem Arbeitspapier von mir zu dem Thema hier und in dem daraus resultierenden Beschluss der bündnisgrünen Bundesarbeitsgemeinschaft “Energie” hier.

Das Zeitalter der „Antriebsmonokultur“ geht zu Ende. Danach wird es 2050 einen Mix aus reinen E-Autos, Plug-In Hybriden und Brennstoffzellenfahrzeugen geben. E-Autos mit reinem Batteriebetrieb werden wohl nur im städtischen Verkehr eine wesentliche Rolle spielen.“ Die Alternative, hier (innerstädtisch) völlig auf den individuellen Autoverkehr verzichten zu können, ist offenbar keiner Überlegung wert.

Je nach Rohölpreisentwicklung wird der reine Verbrennungsmotor in der Bedeutungslosigkeit versinken. Die Autos werden zudem flacher, windschnittiger und vor allem leichter.“

Weiter wird angenommen, „…dass sich das reine E-Auto vor allem in den Städten durchsetzt, bzw. auf der Langstrecke die Brennstoffzelle. Allerdings projiziert die Studie über die nächsten 10 Jahre nur einen verschwindend geringen Teil der Fahrzeuge als Antrieb mit Brennstoffzelle. Als großes Handicap wird bei den reinen E-Autos die Speicherfähigkeit der Batterie und ihre Kosten genannt.“ Völlig verschwiegen wird in dem Artikel die heute schon erkennbare Knappheit bzw. durch die hohen Förderkosten schwer zu beschaffenden an bzw. von Lithium und den sog. „Seltenen Erden“. Beides ist sowohl für Batterien wie für Brennstoffzellen erforderlich. Nach marktwirtschaftlichen Überlegungen müsste der Preis aufgrund der stark erhöhten Nachfrage sogar ansteigen und nicht geringer werden.

Ein nicht unwesentliches Problem bei der Brennstoffzelle-Technologie zeigt die (hier führende) Firma Linde mit der Einschätzung, mit 1.000 Wasserstofftankstellen wäre der deutsche Markt abzudecken. Zur Zeit gibt es etwa 30.

Weiterhin werden als Gegenstrategien „flachere, leichtere und windschnittigere“ Autos propagiert.

Das Fazit des Artikel: „E-Autos für die Städte, Brennstoffzelle für die Langstrecke“ greift viel zu kurz. Zwar wird darauf hingewiesen, dass (sinngemäß) „ … das Brennstoffzellenauto zum Nullemissionsfahrzeug wird, wenn der Wasserstoff aus regenerativen Quellen stammt“. Dass dieser regenerative Wasserstoff heute schon aus Wind- und PV-Überschuss-Strom stammen könnte, verfügbar ist und z.B. ins Erdgasnetz eingespeist werden könnte und so die heute schon vorhandenen Erdgas-Verbrennungsmotor-Fahrzeuge betreiben könnte, wird übersehen. Auch ließe sich mit heutiger Technik daraus Methan herstellen („Methanisierung“, „Windgas“) und dieses natürlich erst recht ins Erdgasnetz einspeisen. Erdgastankstellen gibt es immerhin heute schon 870! Über alternative Verkehrskonzept oder gar Verkehrsvermeidung wird überhaupt nicht nachgedacht, die ließ aber schon der Titel nicht erwarten.

(Karl-W. Koch, Hillesheim, kwkoch@gmx.de, Quelle: „Alles geht, alles muss“, SZ vom 22.08.2011)

Zeit für Änderungen

Zwei Beiträge, den Klimaschutz betreffend, alarmieren die Fachleute: Zum einen zeigt der unten aufgeführte Beitrag aus der ZEIT, dass (nicht nur) der Atomausstieg das CO2-Problem durch den zumindest teilweisen Ersatz der Strommengen durch Kohle und Braunkohle (auch gerade im benachbarten Ausland) die gesetzten Klimaschutzziele ad absurdum führt. Zum zweiten hat gerade heute ein Beitrag in der Süddeutschen gezeigt, dass die “Tundra”-Problematik (Stichwort: Methan in Permafrostboden) noch vielschichtiger ist als bisher angenommen: “Die Analyse eines arktischen Flächenbrandes im Spätsommer 2007 bereitet Klimaforschern Sorgen. Mehr als 1000 Quadratkilometer Tundra-Landschaft fielen damals in Alaska einem Feuer zum Opfer. Bei dieser sogar aus dem Weltraum sichtbaren Katastrophe gelangten etwa 2,1 Millionen Tonnen Kohlenstoff in die Atmosphäre. Das bei dem Brand freigesetzte Kohlendioxid entspricht somit der Menge, die alle Pflanzen der arktischen Tundra in einem Jahr aufnehmen können. Solche Großfeuer sind in der kalten und feuchten Landschaft ungewöhnlich und traten in diesen Dimensionen seit etwa 11000 Jahren nicht mehr auf.Tundra-Brände können auf zweifache Weise die Erderwärmung beschleunigen: Einerseits gelangt in den Böden gespeicherter Kohlenstoff in die Atmosphäre; andererseits könnte der Permafrostboden tauen und dabei das klimawirksame Methangas freisetzen. … Unter den arktischen Bedingungen in Alaska braucht eine Tundra-Landschaft etwa 80 bis 150 Jahre, um sich vollständig von einem Großbrand zu erholen. Käme es laut Forscherin Bret-Harte alle zehn Jahre zu einem Tundra-Brand, würde die für das Weltklima bedeutende Landschaft zerstört werden.
Beides zeigt, dass sämtlich bisherigen Klimaschutzziele Deutschland zu niedrig angesetzt waren und schon lange obsolet sind. Spekulationen wie eine “2°-Grenze”, die “nicht überschritten werden dürfe” konterkarieren die Politik ohnehin. Wie soll eine durch nichts als Willkür festgesetzte “2°-Grenze” eingehalten werden, wenn fast monatlich neue Fakten und Konstellationen auftauchen, die bisher in keiner Weise berücksichtigt wurden? Gleichzeitig eskalieren die Klima-Änderungs-Folgen weiter wie am Horn von Afrika … Durch die auch dadurch beeinflussten “failed states” steigt das Risiko an Konflikten und lokalen Kriegen, die – wie in der Region Pakistan – Iran – Afghanistan – auch jederzeit den Weltfrieden massiv bedrohen können.
In dieser Lage lehnen wir Deutsche uns entspannt zurück und meinen, wir täten ja schon genug und mehr als der Rest der Welt … Selbst WENN das stimmen würde, wäre dies auch nur angebracht, da WIR ja auch die Probleme massiv mit verursacht haben. Aber es stimmt ja nicht einmal. Gemessen am Wegbruch der DDR-Industrie sind wir faktisch auf dem Stand von 1990. Der Atomausstieg verschärft das Ganze zwar nicht, sorgt aber umgekehrt auch logischerweise NICHT für eine weitere Entspannung.
Fehler, auch grüner Fehler ist dabei vor allem, dass an die Einsparpotentiale nicht rangegangen wird. Noch immer fürchtet die Politik (auch die grüne) den vermeintlichen Zorn der BürgerInnen, wenn ihnen ihr gewohnter Standard oder gar ihr liebstes Spielzeug (Auto) weggenommen wird. Dabei sind die BürgerInnen schon weiter als die Politik. HIER gibt es zumindest eine breite Minderheit, die nur auf die entsprechenden Angebote wartet. Wo bleiben die Gesetzes-Initiativen zum (technisch problemlos möglichen) Verbot der Standby-Schaltungen? Wo die zu einer neuen Mobilitätspolitik? Zu einer Verlagerung des Güterfernverkehrs auf die Schiene (in der Schweiz seit über 10 Jahren durchgesetzt!)? Zu einer Südausrichtung bei Neubauten? Und … und … und?
WIR haben hier die Möglichkeiten, die Techniken und die politischen Mittel derartiges durchzusetzen und damit zu ZEIGEN, dass es funktioniert. Aber wir nutzen sie nicht, obwohl sich in diesen Punkten m.E. sogar alle Parteien weitgehend einig sind. Stattdessen träumen wir einer e-Mobility, die uns mit (natürlich regenerativem) Strom die selbe Mobilität bieten soll wie heute mit fossilem Öl. Ein gefährlicher Traum, der von vornherein zum Scheitern angelegt ist. Selbst wenn die Technik die Herausforderungen (Reichweite, Tankfüll- = Ladedauer) lösen würde, bleiben die Probleme mit der Beschaffung der dann neu benötigten und knappen Rohstoffe (sog. „seltene Erden“ für die Batterien) ungelöst. An den Klimafolgen durch Straßenbau und Flächenversiegelung ändert sich Nullkommanix. Wollten Länder wie Indien und China eine Mobilität wie Deutschland (ich rede bewusst NICHT von den USA), würden die Klimaziele allein durch den dadurch erforderlichen Straßenneubau um Jahre zurückgeworfen.

FAZIT: Wir brauchen in Deutschland (und bei den Grünen) ganz schnell eine neue Debatte über neue Klimaziele und deren Umsetzung. Und die wird (und muss!) weh tun, wir werden unsere Gewohnheiten und liebgewordenen Standards ändern, anpassen und teilweise aufgegeben müssen, wenn die immer kleiner werdenden Chance eines rechtzeitigen Gegensteuerns gegen die Klimaänderung wahrgenommen werden soll. Wird dieses Zeitfenster geschlossen, dann können wir nur noch die Schäden reparieren, den Schaden begrenzen und DAS wird uns mehr kosten und mehr Nachteile bringen als uns die jetzt erforderlichen, aber machbaren Änderungen abverlangen.

Es ist Zeit für Ehrlichkeit, auch in der Politik, auch den WählerInnen gegenüber. Und die Zeit ist so, dass diese Ehrlichkeit nicht nur akzeptiert, sondern honoriert würde von den WählerInnen. WANN werden wir Grüne das merken? Wann werden wir anfangen, das in unsere Politik einfließen zu lassen?

Karl-W. Koch

Zur Diskussion um E 10 und des Deutschen liebstes Kind

– ein Kommentar

Ist der Biosprit „Bio“? Dazu müsste zunächst mal „Bio“ definiert werden: Bei Nahrungsmittel ist der Begriff nach EU-Recht gesetzlich definiert. Diese Produkte müssen aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen, dürfen nicht gentechnisch verändert sein und wurden ohne Einsatz konventioneller Pestizide, Kunstdünger oder Abwasserschlamm angebaut. Überträgt man das auf Treibstoff, was die Vermarkter durch die beharrliche Verwendung des eigentlich geschützten Begriffes „Bio“ versuchen, so bleibt nicht viel übrig. (weiterlesen…)

Tunesien, Ägypten, Algerien …Yemen, Saudi-Arabien, Libyen …?

Tunesien, Ägypten, Algerien, Bahrain, Libyen

Yemen, Jordanien, Saudi-Arabien, …?

Die Tunesier haben einen Flächenbrand ausgelöst, dessen Ende und „Unter-Kontrolle-Bekommen“ heute keiner seriös vorhersehen oder -sagen kann. Genauso wenig lassen sich die Folgen für die einzelnen Staaten oder die Region abschätzen: Kommt eine Demokratisierungswelle oder schlägt das Ganze wie im Iran in neue Unterdrückungsregime um?

Und es geht mittlerweile nicht mehr nur um Tunesien und Ägypten, nicht einmal mehr nur um Nordafrika und Arabien, es geht längst um alle vom Westen gestützten Diktaturen dieser Welt, sei es in der genannten Region, sei es in Asien oder Afrika oder Amerika. (weiterlesen…)

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